|
03.09.11
People's Theater Fest 2011! |

![]() |
People’s Theater e. V. leistet seit acht Jahren elementare Arbeit in Schulen im Bereich Integration. Es zeigt jungen Menschen mit Migrationshintergrund, wie sie sich aktiv für die Konfliktbewältigung in Schulen engagieren können und es begeistert mit über 3500 bisher durchgeführten Projekten Kinder und Jugendliche mit einem alternativen Theaterprogramm für das soziale Miteinander. Themen wie Ausgrenzung, Vorurteile, Rassismus und Eigenverantwortung stehen bei den im Klassenzimmer stattfindenden People’s Theater Shows, im MIttelpunkt. In diesen Shows erhalten die Schüler die Möglichkeit, soziale Kompetenzen zu erlangen, konstruktive Konfliktlösungen auszuprobieren und zu reflektieren. Dabei werden wesentliche Integrationsprozesse angestoßen. People’s Theater e. V. schafft darüber hinaus ein lernendes Umfeld, in dem nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer und Eltern eingeladen werden, aktiv mitzuwirken. Ich danke People’s Theater e.V. für das unermüdliche Engagement und freue mich, die Schirmherrschaft über ein solches Projekt zu übernehmen!
Ihre Maria Böhmer
Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin
Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
![]() |
Sehr geehrte Damen und Herren,
Gewaltprävention ist eine Erziehungsaufgabe, die von der Gesellschaft ernst genommen werden muss. Konflikte und Interessengegensätze dürfen nicht mit Gewalt ausgetragen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir eine solide Präventionsarbeit. Unsere Schulen in Hessen haben bereits viele erfolgreiche Modelle geschaffen, um Gewalt an Schulen entgegenzuwirken.
Heute freue ich mich besonders, eine herausragende Initiative für ihr außergewöhnliches Engagement zum Thema Gewalt ehren zu dürfen. Es ist Ihr Verein, People’s Theater der junge Menschen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr dafür gewinnt, sich intensiv mit gewaltpräventiver Theaterarbeit auseinanderzusetzen. Theater ist ein Medium bei dem alle Sinne angesprochen werden. Dadurch kann das Thema Gewalt nicht nur kognitiv sondern auch emotional behandelt werden. Sie ermöglichen durch People’s Theater gerade jungen Menschen einen Zugang zur präventiven Arbeit gegen Gewalt.
Erfolgreiche Gewaltprävention zeichnet sich dadurch aus, dass kontinuierlich und systematisch soziale Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern entwickelt und gestärkt werden. So wie Sie diese Arbeit realisieren, spielt dabei das Gespräch, bei dem diese Erfahrungen durch die Theaterarbeit umgesetzt werden, eine entscheidende Rolle.
Mit Ihrem Konzept fördern Sie die soziale Entwicklung an Schulen besonders. Sie tragen damit einerseits zur Öffnung der Schule gegenüber ihrem gesellschaftlichen Umfeld bei und fördern andererseits auch Formen des sozialen Umgangs und des gewaltfreien Zusammenlebens. Gerne habe ich die Schirmherrschaft über People’s Theater übernommen. Besonders freue ich mich darüber, dass Ihre Arbeit große Anerkennung von vielen Seiten erhält. So ist auch Anlass Ihres heutigen People’s-Theater-Festes, dass Sie mit Ihrem Projekt Deutschland als das „Land der Ideen“- unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler – repräsentieren dürfen. Dazu gratuliere ich Ihnen ganz herzlich.
Ihrem gemeinnützigen Verein, der Stadt Offenbach und allen weiteren Förderern möchte ich auf diesem Weg ganz herzlich für die hervorragende Arbeit im Bereich Konfliktlösung und Gewaltprävention danken. Danken möchte ich auch allen Beteiligten von People’s Theater für Ihr langjähriges engagiertes Wirken in Schulen. Ich wünsche Ihnen allen ein gelungenes Fest und weiterhin viel Erfolg für Ihre Projekte.
Mit freundlichen Grüßen
Dorothea Henzler
Hessische Kultusministerin
![]() |
Wenn der Streit zu eskalieren droht, die Stimmen aggressiver und die Gesten bedrohlicher werden, dann ruft eine laute Stimme plötzlich „Halt!“
Konfliktparteien und Umstehende überlegen nun in Ruhe gemeinsam, wie sich die Situation weiter entwickeln könnte, welche Handlungsoptionen deeskalierende Wirkung entfalten und welche lösungsorientierte Vorgehensweise vorhandene Aggression und Wut ersetzen könnte.
Mit diesem Ansatz schafft People’s Theater Raum und Gelegenheit, im spielerischen Miteinander mit den eigenen Verhaltensmustern und Möglichkeiten in kritischen Situationen zu experimentieren; den Verlauf einer Eskalationen zu analysieren und Lösungswege gemeinsam zu überlegen und zu erproben. Kinder und Jugendliche – aber auch anwesende Lehrkräfte, Erzieherinnen und Eltern – erhalten auf diesem Weg wertvolles Wissen, nützliche Instrumente sowie das erforderliche Selbstvertrauen, um im Ernstfall entspannend und konfliktlösend handeln zu können.
Es ist die gemeinsame Aktion, die alle Anwesenden gleichermaßen einbindet und fordert, die den besonderen, eindrucksvollen und nachhaltigen Ansatz von People’s Theater auszeichnet. Durch sie verwischen die Grenzen zwischen Darstellerinnen und Darstellern auf der einen und Zuschauerinnen und Zuschauern auf der anderen Seite - und das Vermitteln von theoretischem Wissen über Ursache und Wirkung von Aggression und die praktische Erfahrung im Umgang damit fließen nahtlos ineinander.
Damit geht der Lerneffekt noch weit über das oben gesagte hinaus. People’s Theater zeigt auf, dass Toleranz großes Engagement und den aktiven Einsatz von allen erfordert; und dass Konfliktvermeidung und konstruktive Streitkultur gar nicht so einfach zu bewerkstelligen sind - aber auch erlernbar und lohnend.
Bisher haben tausende von Kinder und Jugendlichen, nicht nur in Stadt und Kreis Offenbach, an People’s Theater-Vorstellungen teilgenommen. Jeder und jede einzelne von ihnen ist seitdem ein kleiner - aber unverzichtbarer - Knoten in einem großen Präventionsnetz. Bei ihrer Arbeit wünsche ich den Aktiven von People’s Theater auch weiterhin viel Erfolg.